Seit 2009 bewegen sich Joasihno frei durch Zeit und Raum, mittels experimenteller DIY-Aufnahmen, und kehren nun mit ihrem vierten Album Spots zurück. Das süddeutsche Experimental-Pop-Duo Joasihno – der ursprüngliche Solo-Gründer Cico Beck (The Notwist, Aloa Input, Spirit Fest) und der Schlagzeuger/Komponist Nico Sierig (Instrument, Fehler Kuti) – scheint genau zu wissen, wann es Zeit ist zu glänzen. Idiosynkratische Genre-Tüftler seit dem ersten Tag, agieren sie in ihrem eigenen Tempo und bleiben meist in ihrer eigenen schattigen Ecke. Doch fast ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Album Meshes (N 047CD) ist es höchste Zeit, dass sie mehr Ecken übernehmen und noch mehr Spots zwischen Lo-Fi und Sci-Fi, Retro-Elektronik und zeitgenössischer Klassik zurückerobern. Das Duo schöpft aus so unterschiedlichen Einflüssen wie Reich, Riley, Ryuichi, múm, Meek und Moondog und nickt auch anderen experimentellen Duos (z. B. The Books) zu – sein viertes Album Spots erscheint über Alien Transistor. Elektronische Formen richten sich aus und Dinge heben ab – mit einem majestätischen 8-Bit-Sonnenaufgang, der bald direkt vor dem Hörer erscheint. Während der verspielte Titelsong "Spots" eine Art Miniatur-Rube-Goldberg-Apparat ist, bei dem skurrile gezupfte Saiten und Glitches immer mehr Vorrichtungsebenen auslösen, ist "Crackleboom" unerforschte Energie, eine offene Landschaft, ein sich ausbreitendes Lagerfeuer, das zu einem längst vergessenen Klavier führt, ganz staubbedeckt in einer Art Saloon. In der Ferne brechen und zersplittern Dinge, aber dieser Spot hier ist für Hypnose, Tanzen, Waldgeister. Und ja, hier unten im Unterholz ist es überraschend heiß. Es sind alles DIY-Spots, Spots, die Raum zum Träumen oder Baumeln lassen, zum Darüberlegen oder Eintauchen. Zurück in der belaubten Laube auf einem melancholischen Post-Rock-Trip, erfahren wir schließlich, dass "Death Is Real" – und so bleibt dem Hörer eine Laterna magica, die sich dreht und dreht und dreht. Es ist ein wunderschöner Spot, wo Licht und Schatten weiter tanzen, genau wie sie es immer getan haben, seit Anbeginn dieses verrückten Universums.
Spots is Joasihno's fourth album and it feels like a real return to form after Meshes. The Southern German duo of Cico Beck and Nico Sierig blend lo-fi textures with sci-fi electronics, and the title track is a wonderfully quirky little Rube Goldberg machine of plucked strings and glitches. You can hear nods to Reich, Riley, and The Books without it ever sounding like a copy. It's experimental pop that rewards repeated listens, and the vinyl pressing sounds warm and detailed. Great for anyone who likes their electronica playful and left-field.